Lasertherapie – Die sanfte Kraft des Lichts

Laser ist Licht. Licht mit besonderen Eigenschaften und somit auch mit besonderen Wirkungen. Konkret, Laserlicht ist monochrom und kohärent. Es besteht aus einer Wellenlänge und hat somit nur eine Farbe. Sonnenlicht setzt sich bekannterweise aus einem ganzen Spektrum an verschiedenen sichtbaren und unsichtbaren Wellenlängen zusammen. Diese Wellenlängen breiten sich nach allen Richtungen hin aus. Laserlicht dagegen ist gerichtet.

Trifft ein solcher Lichtstrahl auf ein Gewebe, welcher Art auch immer, gibt es mehrere Möglichkeiten. Wird der Lichtstrahl vollständig reflektiert, gibt es keine Wirkung. Ebenso bei ungehindertem Durchtritt oder optischer Ablenkung. Eine Wirkung hinterlässt der Strahl nur bei Absorption, der Aufnahme von Energie durch das bestrahlte Gewebe. Durch die individuell regelbare Steuerung der Dauer und der Intensität des energiereichen Lichtes ist die Lasertherapie zur Behandlung der Zahnhartsubstanz (Zahnschmelz) sowie der Weichgewebe (Zahnfleisch) erfolgreich anwendbar. In der Zahnheilkunde kommen überwiegend Lasersysteme zum Einsatz, deren Licht entweder von Wasser oder vom Hämoglobin absorbiert wird.

Gerade bei zahnchirurgischen Anwendungen eignet sich der Einsatz von Laserlicht einer bestimmten Wellenlänge besonders gut, da hier schon beim Schnitt alle beteiligten Blutgefäße koaguliert („verschmort“) werden. Es treten nur geringe Blutungen auf, daher gehören Schwellungen, Nachblutungen und schmerzhafte Beschwerden weitestgehend der Vergangenheit an.

Daneben ist mit speziellen Geräten auch des Bleichen (Bleaching, Aufhellen) der Zähne sehr erfolgreich.

Ein weiteres Einsatzgebiet der Laser in der Zahnmedizin ist die Schmerztherapie. Hier können ganz gezielt schmerzende Bereiche in Ober- oder Unterkiefer therapiert werden. Die Wirkungsweise ist ähnlich dem einer Anwendung mit Rotlicht.

Laserarten und deren Anwendungsgebiete

Erbium:YAG-Laser
Der nach wie vor einzige echte Hartgewebslaser. Mit einer Wellenlänge von knapp 3000 nm ist es möglich, kariöse Zahnhartsubstanz abzutragen. Auch in der Endodontie ist sein Einsatz effektiv.

Nd:YAG-Laser
Wesentliche Einsatzgebiete stellen die Parodontologie und Endodontie dar. Die Wellenlänge beträgt 1064 nm, was ein nahezu gleiches Absorptionsverhalten in Hämoglobin und Wasser ergibt.

Gas- oder CO2-Laser
Um die 10 000 nm bedeuten sehr gute Absorption im Wasser, wie es in der Mundschleimhaut reichlich vorhanden ist. Seine Bedeutung liegt dabei vorrangig im Bereich der Chirurgie. In jüngerer Zeit ist es durch hohe Pulsfrequenzen gelungen, diesen Lasertyp auch für endodontische Anwendungen praxistauglich zu machen. Sehr gute Ergebnisse sind im Bereich der plastischen Chirurgie zu beobachten. So genannte Scannverfahren ermöglichen Glättungen und Straffungen der Gesichtshaut. Verfahren wie diese sind dem erfahrenen MKG-Chirurgen vorbehalten.

Diodenlaser
Sein Absorptionsverhalten im „dunklen“ Gewebe (z. B. Hämoglobin, Kanalinneres, Tascheninneres usw.) haben den Diodenlaser zum Gerät mit dem breitesten Anwendungsspektrum in der Zahnheilkunde werden lassen. Neben seinen Einsatzmöglichkeiten in Parodontologie, Endodontie und intraoraler Chirurgie bieten einige Hersteller auch die Nutzung im Milliwattbereich (Softlaser) an.